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Bern sagt ja zum PROGR!


Was ist denn so einmalig an diesem Entscheid? Dass eine Stadt sich eine lebendige Kulturstätte erhalten will? Dass zwei von drei BernerInnen hinter einer umstrittenen Vorlage stehen? Dass die kulturelle einer kommerziellen Nutzung vorgezogen wird? Dass für einmal primär monetäre Profitgedanken nicht obsiegen konnten? Dass Kunst nicht im Elfenbeinturm stattfindet, sondern eine breite Unterstützung und Wertschätzung erhält? Sicher! Es gewinnt aber auch das Prinzip vom “zweimal denken”; sich eine Sache anschauen und noch mal drüber schlafen, noch eine andere, zweite und dritte Meinung über ein wichtiges Thema einholen. Das ist wohl eine der wichtigsten Tugenden unserer manchmal als mühsam und langsam empfundenen Demokratie. Im Falle des PROGRs haben alle Instanzen (Gemeinderat, danach der Stadtrat als Parlament, und am 17. Mai die Stimmbevölkerung als souveräne Bewohner ihrer Stadt) sich eine Meinung gebildet. Durch Diskussion und Auseinandersetzung ist eine Gesellschaft zum Schluss gekommen, welcher Variante man den Vorzug gibt - Demokratie nicht nur als Staatsform, sondern als ausgefülltes Zusammenleben an einem Ort. Jeder an seinem Platz! Die öffentlich wahrgenommenen Personen aus dem PROGR, die zahlreichen GeldgeberInnen, PolitikerInnen, die wertvollen TippgeberInnen, die unermüdlichen in diversen Hintergründen Agierenden, unzählige Menschen, welche mit dem “Ja” auf dem Stimmzettel zu den 66% beigetragen haben - sie alle haben in dieser phantastischen Maschinerie “Menschen-Netzwerk” (ergo Gesellschaft) einer Vision zur realen Existenz verholfen. Die nächsten Schritte sind bereits bestens vorbereitet: Die Stiftung PROGR steht, die benötigten Mittel sind vorhanden, können jetzt eingefordert werden, ein Architektenteam für die Sanierung kann zusammengestellt und mit der bestens vorbereiteten Sanierung beauftragt werden. Die Nutzung im Gebäude kann weitergeführt werden, auf bewährte Experimente (kein Widerspruch!) muss nur zurückgegriffen werden. Ist das Garantie für Leben, für die erhoffte Lebendigkeit im PROGR? Nein. Es fehlt die wohl wichtigste Zutat: ES GEMEINSAM TUN. Mit der Ungewissheit, welche automatisch dazugehört, wenn man eine Sache wagt. Immer wieder. Beständig und beharrlich, auch wenn man nicht wissen kann, ob es gelingt. Diese Verantwortung tragen wir gerne.

Für Pro PROGR Matthias Kuhn, 20.5.2009

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